Mobility turns SMART – Zeit zum Umdenken

Ich möchte in meinem Blog in losen, doch regelmäßigen Abständen zu bestimmten Themen Stellung beziehen sowie aus meinen mittlerweile über 30 Jahren Berufserfahrung und aktuellen Mandaten berichten. Dabei geht es mir weniger um wirtschaftlich / wissenschaftlich korrekte Abhandlungen oder umsetzbare Berater-Tipps. Vielmehr möchte ich Denkanstöße geben, zu Diskussionen anregen, ja manchmal vielleicht auch ein wenig provozieren… immer mit einem Augenzwinkern 😉

Mein zweiter Blogbeitrag beschäftigt sich mit dem Thema „zukünftige Mobilität“ mit dem Fokus auf die Automobilindustrie. Es wird ja schon viel über die notwendige „disruptive Transformation“ auch in dieser Schlüsselbranche gesprochen. Ich möchte als ein „Insider“, jemand der über 30 Jahre an Schlüsselentwicklungen in dieser Branche beteiligt war (und immer noch ist!) ein paar Denkanstöße geben, wie wir alle das Auto als wesentlichen Bestandteil von zukünftigen Mobilitätskonzepten „SMARTER“ machen sollten. „SMART“ lässt sich nur schwer ins Deutsche übersetzen, verbindet für mich gleichermaßen intelligent, innovativ, vernetzt, effizient und kundenorientiert.

„Mobilität“ heißt Menschen in erster Linie sicher und effizient von A nach B bringen. Dies gilt auch für das Auto als primärer Vertreter der Individual-Mobilität. Über die Jahrzehnte kamen immer wieder neue Merkmale zum Auto hinzu, zur Differenzierung und zur Attraktivitätssteigerung, um neue Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Dazu zählen Exklusivität und Luxus-Merkmale ebenso wie Leistung und Fahrdynamik vom Motorsport getrieben. Ganze Automobilmarken haben sich über bestimmte Merkmale definiert. Ich kann mich noch gut an die Auto-Quartetts in den 70´und 80´Jahre erinnern. Glücklich schätzen konnte sich derjenige, der die Aston Martin Lagonda Karte besaß, mit 5.3l V8, über 300 PS Leistung, über 220km/h schnell und DM 280.000 teuer!

Auch heute werden unsere Autos vielfach noch in denselben Kriterien verglichen, Markenmerkmale bedient. Das Automobil hat neben dem reinen Transportzweck ein hohes Maß an Emotionalität („Statussymbol“) bekommen, die sehr wohl von den Automobilherstellern bedient werden. Aber es ist an er Zeit, in den vielen emotionalen Diskussionen um Elektromobilität, Verbrennungsmotoren / „Dieselgate“, Tempolimit, Fahrverbote bei Geschwindigkeitsüberschreitung, Leistungsexplosion auch bei den E-Fahrzeugen, ein wenig mehr sachliche („SMARTE“) Argumente hineinzubringen, ansonsten wird das Automobil in der künftigen globalen Mobilität an Bedeutung verlieren.

Wie könnte denn „SMARTE“ Mobilität aussehen? Und welche Rolle spielt dabei ein „SMARTES“ Auto? Für mich basiert „SMARTE“ Mobilität auf (künstlich-) intelligente und innovative, kundennutzenorientierte und vernetzte Mobilitätskonzepte, eine Kombination aus Individuellen- und Öffentlichen Verkehrskonzepten. Dazu müssten sich allerdings alle Mobilitäts-Anbieter zusammensetzen und miteinander und nicht übereinander sprechen, nach „ergänzenden“ und nicht „konkurrierenden“ Lösungen Ausschau halten.

  • Warum zeigt mir mein Auto nur die verfügbaren Parkflächen in der Innenstadt an und nicht die verfügbaren Optionen vom Öffentlichen Personen-Nah-Verkehr oder E-Bikes / Scooter für die Fahrt in die Innenstadt? Muss ich mit dem Auto überhaupt noch in die Innenstadt?
  • Warum nutzen die Städte nicht die ohnehin verfügbaren Auto-Positionsdaten der Automobilhersteller für eine intelligente Lenkung des Verkehrsflusses in den Städten?
  •  Warum muss ich zweimal im Jahr in die Werkstatt fahren zum Reifenwechsel (wenn ich nicht gerade einen Ganzjahresreifen fahre…)? Der „SMARTE“ Reifen erkennt Witterungs- und Straßenverhältnisse und passt sich automatisch an.
  • Warum begrenzen wir die Geschwindigkeit bei allen künftigen Autos nicht dynamisch, verkehrsabhängig und automatisch – ohne Fahrereingriff und ohne Verkehrsschilder mit Tempolimits ? Die Elektronik macht´s. Eine erste Vorstufe zum Autonomen Fahren. Wir haben heute sehr viele Daten von allen Verkehrsteilnehmern, wir sollten diese nutzen für „SMARTE“ Verkehrssteuerung.
  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass komplett autonom fahrende Fahrzeuge mit 250km/h über unsere Autobahnen fahren, der Aufwand für die notwendige Informationsverarbeitung pro Sekunde steht in keinem Verhältnis zum „Nutzen“ / Zeitgewinn. Warum fangen wir nicht jetzt in einer autonomen Vorstufe an, Höchstgeschwindigkeiten zu regulieren? Ich begrüße ausdrücklich die freiwillige Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit von VOLVO Cars auf 180km/h! Dies ist ein wichtiger „SMARTER“ Schritt, nicht nur für die Verkehrssicherheit, sondern auch für die Entwicklungs- und Herstellungskosten, können doch viele Bauteile und Systeme auf die niedrigere Höchstgeschwindigkeit ausgelegt werden.

Ich denke, dies sind schon einige Denkanstöße in diesem Blog, die zu (erhitzten, weil emotionalen) Diskussionen führen könnten. Wie würde ein Auto-Quartett im Jahre 2025 / 2030 wohl aussehen? Über welche „SMARTEN“ Merkmale werden sich die Autos dann differenzieren? Ich bin für konstruktive Kritik dankbar, auch um andere Ideen sowie den einen oder anderen Vorschlag von oben weiterzudenken….

Demnächst mehr ….

Kann ich Ihnen in meiner Funktion als Interims Manager behilflich sein?

Nehmen Sie gerne Kontakt zu  mir auf.

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